Selbstverständnis
Die Emanzipatorische Linke (kurz: Ema.Li) organisiert sich als innerparteilicher Zusammenschluss in und bei der Partei DIE LINKE.
Unter Emanzipation verstehen wir einen Lern- und Aneignungsprozess hin zur selbst bestimmten Verfügung über den eigenen Körper, über das eigene Leben und über die individuellen sowie gemeinsamen Bedingungen des Lebens und der Produktion. Der Weg zu einer demokratisch-sozialistischen Gesellschaft kann dabei nur als stetiger Lern- und Aneignungsprozess funktionieren, in dem die Menschen immer weiter lernen, in Freiheit und Gleichheit ihre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen.
Die Emanzipatorische Linke erkennt an, dass in der Programmatik der Partei linksemanzipatorische und radikaldemokratische Inhalte auszumachen sind. Es gibt aber leider zu wenig davon und immer wieder ist Druck von Nöten, um auf die innerparteilichen Kräfteverhältnisse im Sinne einer linksemanzipatorischen Politik Einfluss zu nehmen.
Deshalb lädt die Emanzipatorische Linke alle Genossinnen und Genossen, Strömungspoltikerinnen und Strömungspolitiker der etablierten Strömungen und auch Interessierte jenseits der Partei zur Mitarbeit ein. Die Emanzipatorische Linke versteht sich in diesem Sinne als innerparteiliche „Pressure Group“, die nicht zu allen politischen Fragen eine Position beziehen wird und es auch aushält, dass ihre Aktiven in einzelnen Politikfeldern nicht zu gemeinsamen Positionen kommen.
Die Emanzipatorische Linke macht Druck:
1. Für eine emanzipatorische Ausrichtung der Sozialpolitik der LINKEN, für soziale Standards auf europäischer und globaler Ebene und für globale soziale Rechte, für einen demokratischen Sozialstaat, der diesen Namen verdient und individuelle Rechtsansprüche auf sanktionsfreie Existenzsicherung vorsieht!
2. Für eine integrierte ökologische Ausrichtung der LINKEN, welche gleichzeitig mehr soziale Gleichheit und individuelle Freiheitsräume schafft!
3. Für ein konsequent feministisches Profil der LINKEN. Für eine Kritik der Geschlechterverhältnisse, die über „Gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ hinausgeht. Für eine feministische politische Praxis, welche die innerparteiliche Männerdominanz zurückdrängt!
4. Für den konsequenten Schutz und Ausbau von Grund- und Freiheitsrechten auch im Internet, für informationelle Selbstbestimmung und eine umfassende Demokratisierung.
5. Für eine emanzipatorische Bündnispolitik im internationalen Maßstab, die sich mit solchen Bewegungen und Organisationen solidarisiert, welche sich für Emanzipation einsetzen!
6. Für ein solidarisches Bündnis aus Arbeiterbewegung und neuen sozialen Bewegungen. Themen und Sichtweisen der neuen sozialen Bewegungen müssen in der Politik der LINKEN einen größeren Raum einnehmen. Nur so können wir eine moderne Linke auf den Weg bringen!
7. Die emanzipatorische Linke setzt sich für eine politische Kultur der Offenheit und der argumentativen Auseinandersetzung ein! Weg mit den Scheuklappen.
8. Die Emanzipatorische Linke versteht sich auch als Schnittstelle zu außerparteilichen linken AkteurInnen. Dabei setzt sie auf Selbstorganisation der Betroffenen und auf die Stärkung deren Handlungsfähigkeit. Weg mit paternalistischer StellvertreterInnenpolitik!

Zum Entstehungshintergrund der Ema.Li
Die Emanzipatorische Linke ist eine Denkrichtung innerhalb und außerhalb der Partei DIE LINKE. Am 23. Mai 2009 hat sie sich als innerparteilicher Zusammenschluss nach §7 der Satzung der Partei DIE LINKE konstituiert.
Diese Website der Emanzipatorischen Linken hat ihren Ausgangspunkt in dem Papier "Freiheit und Sozialismus – Let's make it real. Emanzipatorische Denkanstöße für die neue linke Partei" von Katja Kipping, Caren Lay und Julia Bonk vom April 2006 und vor dem Hintergrund der damaligen Programmdebatte im Parteibildungsprozess von Linkspartei.PDS und WASG zu einer neuen, gemeinsamen Linkspartei in der BRD:
Wenn wir den Begriff der "emanzipatorischen Linken" aufnehmen, dann geht es uns nicht um eine Gruppe, der man per Unterschrift beitritt oder eine weitere Strömung, die den Konflikt zwischen vermeintlichen "Realos" und "Fundis" fortsetzen soll - einen Konflikt, an dessen Linien wir uns nicht wieder finden und den wir auch für überholt halten. Es geht viel mehr um eine gemeinsame Grundlage einer pluralen, linken Partei.
Die Partei DIE LINKE wurde Mitte Juni 2007 gegründet, neben dem organisatorischem Aufbau ist die weitere programmatische Ausgestaltung der neuen linken Partei noch zu leisten, eine inhaltliche Neubegründung der LINKEN steht weiterhin aus. Dies soll durch die bereits begonnene – bisher allerdings erst im kleinen Kreis geführte – Programmdebatte der neuen Partei eingelöst werden.
Als Emanzipatorische Linke innerhalb und außerhalb der Linkspartei tragen wir eine wichtige Verantwortung für die Weiterführung eines linken Erbes, welches über die Grenzen der traditionellen ArbeiterInnenbewegung hinausreicht und zu dem zahlreiche kritische Theorie- sowie praktische Handlungsansätze gehören. Die Idee einer Emanzipatorischen Linken bleibt aktuell und populär, was auch jüngere Prozesse innerhalb der Grünen zeigen.
Emanzipatorische Linke im Sinne der Denkanstöße und dieser Website werden sich weiterhin in die politischen Auseinandersetzungen der Linken innerhalb und außerhalb der Partei DIE LINKE einmischen und finden sich in der Partei DIE LINKE in unterschiedlichen Handlungsfeldern und Netzwerken. – Die nun mit breiter Beteiligung zu führende Programmdebatte der linken Partei ist zugleich die Notwendigkeit, sich als Emanzipatorische Linke darin deutlich zu Wort zu melden und die Debatte über ihre Grenzen hinaus zu tragen. Der aktuelle Diskussionsprozess in der Emanzipatorischen Linken wird sowohl anhand eines neuen programmatischen Papiers als auch entlang der Frage der künftigen Organisationsform dieser Denkrichtung bzw. dieses Zusammenhangs geführt.
Der bisherige AutorInnenkreis bzw. die Redaktionsgruppe dieser Website bestand u.a. aus Julia Bonk (Dresden), Stefan Hartmann (Leipzig), Katja Kipping (Dresden, Berlin), Boris Krumnow (Leipzig), Caren Lay (Dresden, Hoyerswerda), Michael Leutert (Dresden, Berlin), Falk Neubert (Dresden, Dippoldiswalde), Norbert Schepers (Bremen, Berlin).

Folgend die Selbstdarstellung dieser Website und unser Aufruf zur Programmdebatte vom April 2006:
Über uns
Hier soll weder einer Strömung noch einer exklusiven Meinung gefrönt werden. Vielmehr sind alle demokratischen SozialistInnen aus Linkspartei und WASG, alle modernen antikapitalistischen, kapitalismuskritischen Linken eingeladen sich zu beteiligen. Wir wollen hiermit einen Diskurskorridor eröffnen.
Als wichtiger Ausgangspunkt unserer Debatten sehen wir das gegenwärtige Programm der Linkspartei.PDS. Wir werden hier Texte über philosophische Grundlagen, Ideen für radikale Transformationsprojekte und emanzipatorische politische Methodik veröffentlichen und zur Diskussion stellen. Darüber hinaus soll sich hier auch eine Schnittstelle zu emanzipatorischen Linken entwickeln, die sich nicht in Parteien organisieren wollen.
Als Beitrag zur programmatischen Debatte der Linkspartei und den Strategiedebatten der Linken wollen wir Konferenzen und Workshops organisieren.
Mehr Informationen über die Personen und Projekte, die hinter dieser Seite stehen, erhalten Sie hier.
Call for Papers
Wir wollen unsere Gedanken zu emanzipatorischer linker Politik in den Parteineubildungsprozess einbringen. Es gehört zu unserem Grundverständnis, diese nicht als gesetzt in den Raum zu stellen. Viel mehr wollen wir einen Diskurskorridor eröffnen. Alle, für die Freiheit und Gleichheit ebenso wie Solidarität die zentralen Elemente linker Politik sind, rufen wir daher auf, sich mit uns in die Auseinandersetzung um emanzipatorische Politik und auf den Weg zu einer neuen Linken zu machen. Wir freuen uns darauf.
Auch dank dem Wirken der Linken weltweit haben die Menschen inzwischen mehr zu verlieren als nur ihre Fesseln. Aber es gilt heut heute mehr denn je viel zu gewinnen: Eine andere Welt ist schließlich nicht nur nötig sondern auch möglich. Leisten wir in der gemeinsamen Herausbildung einer NEUEN LINKEN in diesem Land unseren Beitrag dazu!
Ihr seid eingeladen, Eure Beiträge auf dieser Seite zu veröffentlichen. Ihr müsst euch dazu registrieren/einloggen und könnt dann Eure Artikel posten. Die Beiträge werden dann von der Redaktion freigegeben und auf der Seite veröffentlicht.








