Entwurf für ein programmatisches Papier der Emanzipatorischen Linken
Anders leben, anders arbeiten, anders kämpfen
Für eine emanzipatorische Linke
I. Wenn es nicht ginge, wären wir nicht unglücklich
1. [Potenziale] Wir leben in einer Welt, in der vieles im Argen liegt – und die gleichzeitig voll neuer, aufregender Möglichkeiten ist. Technologische Entwicklung, Bewegungserfahrungen, kritisches Wissen, vergangene soziale Kämpfe und sich entwickelnde soziale Praxen sind die Grundlage für eine globale Gesellschaft, in der nicht nur Not und Elend abgeschafft sein könnten, sondern auch die Individuen in geschichtlich ungekannter Weise ihr Leben frei ges-talten, ihre Produktivität gemeinsam organisieren und ihre Alltags- und Gesellschaftsverhält-nisse einzeln und kollektiv gestalten könnten. All dies ist möglich, aber nicht verwirklicht. Diesen Widerspruch erleben wir als Unglück, Langeweile, Frustration und Wut. Wir sind ge-zwungen, unser Leben in einer Weise zu organisieren, die uns unfrei und abhängig macht und zu den Strukturen beiträgt, die uns von den Möglichen eines besseren Lebens fernhal-ten. Aus dieser Entfremdung kommen wir nur heraus, indem wir uns organisieren.